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Nochmals zwölf Jahre Widmer-Schlumpf

Publikationsdatum: 
08.12.2011
Publikationskanal: 
Weltwoche

Die CVP will Eveline Widmer-Schlumpf wiederwählen. Dies ist gegenwärtig so ziemlich die einzige politische Botschaft von Parteipräsident Christophe Darbellay. Ohne FDP-Abweichler und Pascal Couchepins Intrigen wäre Widmer-Schlumpf nie Bundesrätin geworden. FDP-Ständerätin Christine Egerszegi erhebt auch jetzt ihre Stimme für die Wiederwahl der Bündnerin. Nur müssen die Mitteparteien wissen: Diese Frau ist keine Übergangslösung. Wer am 14. Dezember Widmer-Schlumpf wählt, wählt nochmals zwölf Jahre Widmer-Schlumpf.
Nicht das Geringste deutet darauf hin, dass sich die BDP-Vertreterin in vier Jahren von ihrem Amt zurückziehen will. Erst in zwölf Jahren wird Eveline Widmer-Schlumpf jenes Alter erreicht haben, in dem Micheline Calmy-Rey auf Ende Jahr zurücktritt. Die Tatsache, dass Widmer-Schlumpf mit ihrer Kleinstpartei die traditionellen Mitteparteien am Nasenring führt, macht diese für die Wähler unattraktiv. In den nächsten zwölf Jahren Widmer-Schlumpf werden CVP und FDP als Verlierer wahrgenommen. Und garantiert unter zehn Prozent absacken.

Dabei wäre nichts einfacher, als sich dem Würgegriff der BDP zu entziehen. Es gibt keinen Grund, an Grunder zugrunde zu gehen. CVP und FDP täten gut daran, Widmer-Schlumpf abzuwählen. Wenn die Grünliberalen und die Grünen genau so schlau sind, werden auch sie abwählen – und der aufgeblasenen BDP die Luft rauslassen. Die Wähler wollen keine Mischler und Broker, sondern eigenständige Politiker. Wer die Brücken zu weit baut, erlebt einen Brückeneinsturz.

Auch qualitativ ist eine Abwahl gerechtfertigt. Die angebliche Erfolgsstory Widmer-Schlumpfs ist ein Medienprodukt. Zum Dank dafür, dass die Bundesrätin unaufhaltsam Richtung links marschiert. Das ausser Rand und Band geratene Asylunwesen trägt den -Namen Widmer-Schlumpfs. Die Preisgabe des Bankkundengeheimnisses im Ausland lobt sie selber als Leistung. Gegenüber EU, OSZE und USA heisst ihr Programm – nachgeben. Koste es unseren Finanzplatz, was es wolle. Sie will mit einer Zahlstellensteuer für Schweizer gegen eine Milliarde neue Steuern eintreiben. Mit ihrer Kandidatur zerstört sie unsere Konkordanz. Diese Frau stellt ihr persönliches Wohl skrupellos über das Wohl des Landes. Will sich die Schweiz das nochmals zwölf Jahre leisten?


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