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Christoph Mörgeli kämpft als Nationalrat und als Programmchef der SVP Schweiz für den Erhalt des Erfolgsmodells Schweiz und gegen den EU-Beitritt.
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Denken tut den Journalisten weh

Publikationsdatum: 
01.12.2011
Publikationskanal: 
Weltwoche

Kurz nach den Wahlen lesen wir in der Sonntagszeitung: «Asylbewerber – Delikte nehmen deutlich zu». Sozialdemokratische Regierungsräte und linke Flüchtlingsfunktionäre äussern tiefe Besorgnis über die Gewaltexplosion bei Afrikanern. Plötzlich ver¬nehmen wir vom Kampf der aargauischen Gemeinde Bettwil gegen eine geplante Unterkunft für Asylanten. Die dortigen Bürgerinnen und Bürger plagt die nackte Angst – vor Einbrüchen, Überfällen, Vergewaltigungen.

Im Tages-Anzeiger steht mit einem Mal: «Trotz mehr Arbeitslosen steigt die Zuwanderung aus der EU.» Dann lesen wir von «Sprengstoff» aufgrund schlechterer Konjunktur ¬und trotzdem anschwellenden Ausländer¬zustroms. Die NZZ berichtet vom erhöhten Druck auf unsere Steuerautonomie. Die EU habe sich «bis zu den eidgenössischen Wahlen zurückgehalten», wolle jetzt aber «auch im Steuer¬bereich endlich Taten sehen».

Wie in einem angestauten Bach sprudelt im monatelang ausgetrockneten Medienrinnsal wieder eine Flut interessanter Informationen. Schliesslich sind die Wahlen vorbei, die SVP-Polterer geschlagen und deren Themen wieder zugelassen. Die Schreiber dürfen wieder schreiben, was wirklich ist. Und wieder denken, so ungern sie sonst denken. Denn Denken tut weh. Mit ihrem jahrzehntelangen Schönfärben des EU-Konstrukts, von Asylan¬tismus und Personenfreizügigkeit haben sich fast alle Journalisten in die falsche Ecke verrannt. Jetzt müssen sie merken: Christoph Blocher lag richtig. Das tut ihnen noch mehr weh. Und das werden sie ihm nie verzeihen.

«Mir gefällt das Ergebnis der Wahlen», sagte Roger de Weck unumwunden. Denn, so der Chef unserer Staatsmedien SRG: «Glücklich der Mensch, der in langweiligen Zeiten lebt.» Man ist geneigt, de Weck zu ergänzen: Aber unglücklich der Mensch, der ¬seine langweiligen Sendungen erlebt. Tatsächlich tat unsere Monopolanstalt alles für einen möglichst ¬müden Wahlkampf. Man vermied spannende Gladiatorenkämpfe politischer Schwergewichte und bevorzugte einschlä¬fernde Kastratenchörlein von Analysten und Politologen. Bei der Parteienvorstellung erhielt die mickrige BDP gleich viel Sendezeit wie die wählerstärkste SVP. Die Endlos-Sendung «Treffpunkt Bundesplatz» führte die SRG angeblich «ganz nahe zu den Leuten». Nur waren diese leider meist flanierende pensionierte Bundesbeamte.


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