Also sprach Gabi Huber, FDP-Fraktionschefin, im Nationalratssaal: Sie lege ihre Hand ins Feuer, dass die gesamte FDP-Fraktion den Bundesratskandidaten der SVP gewählt habe. Also sprach Kurt Grüter, Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, in der Zeitung Sonntag: Er lege seine Hand ins Feuer, dass die Familie Hildebrand integer gehandelt habe. Jetzt riecht’s im Schweizerland nach gebrutzeltem Fleisch. Und zwar völlig ausserhalb der Grillsaison.
Die letzten Tage herrschte das übliche Wittern und Wettern: In der NZZ am Sonntag witterte Felix E. Müller eine «politisch motivierte Übung zur Destabilisierung» des Nationalbankpräsidenten. In der Sonntagszeitung wetterte Alice Chalupny über eine «Hetzkampagne» und den «Kampf der SVP gegen die Institutionen». CVP-Ständerat Pirmin Bischof sprach von «Lappalien». Die üblichen Journalisten und Politiker, die schwatzen, bis ihnen etwas in den Sinn kommt.
Der Täter wurde zum Opfer gemacht. Dabei hat Philipp Hildebrand – oberster Währungslenker unseres Schweizer Frankens – mit seinem Insiderwissen millionenfach Dollardevisen gekauft. Es war weder die Ehefrau noch die elfjährige Tochter. Sondern der Nationalbankpräsident höchstpersönlich. Unsere Nationalbank wird nie mehr sein, wie sie war. Es gab eine Ära vor Hildebrand. Und es gibt eine Ära nach Hildebrand.
Es darf keinerlei Devisengeschäfte und Eigenhandel von Nationalbankkadern mehr geben. Die bisherigen internen Reglemente über Eigengeschäfte sind zu veröffentlichen. Desgleichen die Namen der Verantwortlichen für die regelmässige Kontrolle der Durchsetzung dieser Reglemente. Sämtliche Konten des SNB-Präsidenten seit 2003 müssen überprüft werden.
Der elfköpfige Bankrat der Nationalbank hat nach Untersuchung angeblich «aller Kontobewegungen» Hildebrand einstimmig das «uneingeschränkte Vertrauen» ausgesprochen. Dieser Bankrat hat versagt. Nicht Regierungsräte wie Sadis und Studers werden in Zukunft im Bankrat sitzen. Sondern Bankfachleute wie Kaufmanns und Matters. Der Bundesrat bildet das Wahlgremium des Nationalbankdirektoriums. Die Eidgenössische Finanzkontrolle ist administrativ unserer Finanzministerin beigeordnet. Das Jahr unter Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf hat eben begonnen. Und zwar mit einem eklatanten Fehlstart.